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KARRIERE | Die drei großen Hindernisse

Dieser notwendigen Vermessung stehen drei oft unüberwindliche Hindernisse entgegen:

Die Zeitillusion.
Das Fernliegende (Karriereziel) nimmt häufig eine eher unpräzise und intuitive Gestalt ein, das Naheliegende (der aktuelle Job) verlockt mit Präzision und Machbarkeit. Es wird eine Verbindung zwischen der aktuellen Karriere-Performance und der künftigen vermutet: Je weiter in der Zukunft, desto weniger wichtig. Dabei ist es genau umgekehrt, wie wir leicht am Beispiel der Gesundheitsvorsorge erkennen: Einem steigenden Herz-Kreislaufrisiko kann nur heute mit entsprechendem Cardio-Training vorgebeugt werden. Also: Je weiter in der Zukunft das Ziel, desto wichtiger und wahrscheinlich auch weniger aufwändig und effizienter die Maßnahmen heute.

Die Nachdenkbremse.
Dieses Verhaltensmuster tritt gerne auf, wenn man sich zuhause in Selbstreflektion versucht und eine unerwartete (willkommene) Ablenkung eintritt - wie zum Beispiel das Schellen der Türklingel. Folge: Stillstand ohne Bremsweg. Gerne werden solche Unterbrechungen in Kauf genommen, wenn sie helfen, langfristigen und explorativen Gedankengängen auszuweichen. Es ist um ein Vielfaches einfacher, sich kurzfristig mit den Vorbereitungen der aktuell anstehenden Entscheidungen zu beschäftigen oder die operativen Herausforderungen der nächsten Woche zu überdenken.

Die Selbstwahrnehmungslücke.
Die menschliche Neigung, zu behaupten und zu glauben das eine zu tun, und dabei tatsäch-lich etwas ganz anderes zu machen. Henry Mintzberg hat schon in den 70er Jahren nachgewiesen, dass sich Führungskräfte sehr oft selbst als visionär und strategisch denkend einstufen, sie aber in Wirklichkeit nur sehr wenig Zeit damit verbringen, auch nur Ansatzweise strategienah zu arbeiten.

Die Suche nach den Treibern oder Verhinderern unseres Erfolges führt uns also zunächst zurück zu uns selbst. Wir haben es selbst in der Hand, den Weg für unsere Karriere zu bereiten.