rcs.jpg

DAS BEWERBERINTERVIEW | Beliebte Verhörfragen mit fataler Nebenwirkung

Spiegelfrage mit offener Vermutung:
"Ich habe aus Ihrer Antwort den Eindruck, dass es zwischen-menschliche Gründe gibt, die Sie zu einem Jobwechsel veranlassen. Habe ich Recht?"
WIRKUNG: Positive Spiegelfragen transpor-tieren die eigene Wirkung im Gespräch und gelten deshalb als konstruktiv. Werden sie jedoch mit einer aus der Luft gegriffenen Vermutung kombiniert, nimmt sie der Kandidat als hinterlistig wahr.
„Pardon, was genau hat Ihren Eindruck ausgelöst? Leiten Sie daraus ab, dass ich zwischenmenschlich nicht in das Suchprofil passe?"

Provozierende Alternativfrage mit zweifacher Sackgasse:
"Warum möchten Sie sich beruflich verändern? Entspricht das jetzige Gehalt nicht Ihren Vorstellungen? Oder reizt Sie bei uns die größere Zahl ihrer möglichen Mitarbeiter?"
WIRKUNG: Fragen dieser Art werden als sehr „schräg" und gemein bewertet. Manche reagieren darauf emotional und haben Mühe, ihre Haltung zu wahren.
„Weder ein höheres Gehalt noch die Zahl der Mitarbeiter bestimmen meine Entscheidung. Mir ist wichtig, Freiraum zu haben und Ressourcen einsetzen zu können, um mir Anerkennung und Respekt zu erarbeiten."

Mehrfachfragen zur Eingrenzung von Neigung und kommunikativer Kompetenz:
"Als Controller sind Sie wahrscheinlich mathematisch-analytisch begabt, oder? Wie Sie wissen, kommt es bei dieser Aufgabe besonders auf die transparente Darstellung an. Sehen Sie Probleme, Ergebnisse zu vermit-teln? Oder würden Sie auf Grund Ihrer Erfahrungen lieber technologienah arbeiten?
WIRKUNG: Mehrfachfragen werden oft als unpräzise und unsinnig verstanden. Oft wird eine sympathische, unverbindliche Antwort gegeben, ohne wirklich sicher zu sein, was bei diesen Fragen tatsächlich wichtig war. Ungenaue Fragen werden generell als sehr negativ von den Kandidaten bewertet.
„Bitte welche Frage zuerst? Soll ich alle drei beantworten? Wenn ich es kurz machen darf: Ja! Nein! Nein! Wenn Sie meine Präsentationskompetenz ansprechen und hinterfragen, dann möchte ich den Ball zurückspielen. Warum adressieren Sie dieses Thema so deutlich?"

Diffenzierungsfrage zum „leading egde":
"Warum sollten wir uns ausgerechnet für Sie entscheiden?
WIRKUNG: Hier fühlt sich die Mehrzahl der Kandidaten aufgefordert, besondere Kompetenzen nochmals in den Mittelpunkt zu rücken. Wenige merken, dass hier die Auswahlkriterien des Fragenden in den Mittelpunkt gehören.
„Weil Sie denjenigen einstellen werden, der genau die gesuchten fachlichen Erfahrungen mitbringt. Der die Bandbreite der Führungsaufgabe so sicher beherrscht, wie Sie es erwarten und der in die Kultur des Unternehmens genau so hinein passt wie Sie es beschrieben haben."

Differenzierungsfrage zu persönlicher Neutralität und Beachtung von Spielregeln:
„Was bieten Sie, was uns andere Bewerber nicht bieten?"
WIRKUNG: Die Frage nach den Qualitäten der Anderen wird oft falsch verstanden. Wer fröhlich in das Naturschutzgebiet hineinläuft, wird die nächste Auswahlrunde nicht erreichen.
„Ich kann Ihnen leider nicht abnehmen, mich mit anderen zu vergleichen. Das steht mir nicht zu. Ich kann aber gerne zusammenfassen, warum ich die Aufgabe für attraktiv halte."